Das Who is Who der Unterwasserwelt...

Dienstag, 26. januar 2010 2 26 /01 /2010 16:34
Doktorfische sind die Familie der Acanthuridae und werden in drei Unterfamilien aufgeteilt, welchen ca. 80 Arten angehören, dies sind die Skalpelldoktorfische (Acanthurinae) mit einem Paar "ausstellbarer" Knochenklingen,
P1030899 die Nasendoktorfische (Nasinae) mit meist zwei Paar gut sichtbaren gekielten Klingen 
P1120703und die Sägedoktorfische (Prionurinae) mit drei bis 6 selten 10 Paar Klingen welche aber eher Dornenartig sind.
prionuruspunctatus2-1-.jpgFoto oben by Pedro
 Die  Klingen und Dornen befinden sich an der Schwanzwurzel und sind bei einigen Arten mit Warnfarben versehen bei anderen sind sie eher unauffällig und daher schwer zu erkennen.
P1140375.jpgHier beim Gelbklingen-Nasendoktor mit Warnfarbe sehr gut sichtbar.
Oftmals wird behauptet das Doktorfische ihre Skalpelle mittels eines Gelenkes aktiv ausklappen können, dass ist falsch! Dieses Gerücht betrifft hauptsächlich die  größte Unterfamilie, die Skalpelldoktorfische (Acanthurinae) da Ihre Knochenklingen in einer Grube versenkt an der Schwanzflosse nicht sofort auffallen, erst wenn der Fisch den Schwanz beim Schwimmen seitlich in einem bestimmten Winkel abknickt, tritt die Knochenklinge auf der Außenseite hervor.
P1150206.jpgEs handelt sich hier um Abwehrwaffen die sich aus Schuppen gebildet haben und  nur der Verteidigung dienen hauptsächlich in Territoriums  und innerartlichen Auseinandersetzungen. Doktorfische werden bis auf sehr wenige Außnahmen (zB. Arabischer Doktorfisch) wenn man sich zu weit annähert immer ausweichen und man braucht sie nicht zu fürchten , fangen und/oder anfassen sollte man sich jedoch tunlichst verkneifen wenn man sich keine tiefen Schnittverletzungen einfangen will!!
(nur bei Schlagader Verletzungen gefährlich)
Das Vorkommen von Doktorfischen ist in allen tropischen Meeren, einzig die Unterfamilie der Sägedoktorfische bevorzugt kühleres Wasser und ist daher in subtropischen Gewässern anzutreffen, sie kommen im Indo und im Roten Meer nicht vor.
Doktorfische sind tagaktiv und meistens mit der Futtersuche im Flachwasser beschäftigt indem sie mit ihren scharfen Zähnen Algen von Korallen, Steinen oder Sediment abschaben, dabei nehmen sie auch immer mal kleine Würmer und Krebstiere auf, auch Küchenabfälle (zB.Fischfleisch)werden gefressen- es sind also keine reinen Vegetarier.
po.jpg Nasendoktorfische ernähren sich von Zooplankton im Freiwasser, die Männchen können bei der Balz sehr schnell die Farbe wechseln.
Doktorfische sind territorial die eine Art mehr(Arabischer Doktorfisch mit Haremsteritorien) die andere weniger, leztere schließen sich zu Freßschulen zusammen.
wow.jpgDiese Fische laichen als Paare  in sehr großen Gruppen im Freiwasser ab, dieses Verhalten ist ein Schutz vor Freßfeinden im Freiwasser. Das synchrone ablaichen ist von den Mondphasen und den Gezeiten abhängig. Der Laich wird mit den Strömungen durch die Meere verbreitet, wenn die Larven geschlüpft sind beginnen sie bald mit der plankton Aufnahme welches ihnen als Nahrung dient.
P1150474_ji.jpgOben: vermutlich ein sehr juveniler Gelbklingen- Nasendoktor
Sie bekommen "große" Dornen an den Rücken und Bauchflossen welche wahrscheinlich giftig sind um die umhertreibende Larve zu schützen, dieses Stadium dauert vermutlich ca.10 Wochen danach ist das Fischlein ca.25mm groß und noch durchsichtig, nun sucht es sich ein nettes Plätzchen im Flachwasser eines Riffes wo es Territorialverhalten entwickelt, mit ca. 2 Jahren wird der kleine Doktorfisch dann Geschlechtsreif.
Unten: Gelbklingen-Nasendoktor juvenil aber schon etwas älter, man sieht schon was es mal wird.
P1150392.jpg
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Sonntag, 10. januar 2010 7 10 /01 /2010 04:20
Der echte Steinfisch (Synanceia verrucosa) gehört zur Familie der Scorpionfische (Scorpaenidae/ Unterfamilie- Steinfische (Synanceiinae)) und wird bis zu Ca.38 cm lang.
Sein Verbreitungsgebiet ist das Rote Meer sowie der gesamte Indik wo er sich bevorzugt in Riffen aufhält, er aber auch auf Sand- und Geröllflächen zu finden ist(auf Sandflächen kann er sich sehr gut eingraben)! Er ernährt sich hauptsächlich von Fischen und Krebstieren verschmäht jedoch auch Kopffüßer nicht. Steinfische sind schlechte Schwimmer. Über ihre Vermehrung ist kaum etwas bekannt.
Der Steinfisch ist ein Meister der Tarnung, sitzen und lauern ist seine Devise, dass kann er tagelang an der selben Stelle, bis sein ahnungsloses Opfer vorbei schwimmt, dann geht alles blitzschnell- in Bruchteilen einer Sekunde reißt er sein übergroßes Maul auf und die Beute wird durch den entstehenden Wassersog eingesaugt- und Ende von Fisch.
Dieser war ganz mit Sand bedeckt, unser Guide hatte ihn enttarnt damit wir ihn überhaupt sehen konnten.
 Man kann hier sehr schön die Stachelstrahlen der Rückenflosse erkennen.
 Steinfische sind wirklich sehr schwer zu entdecken und sie verlassen sich auch vollends auf ihre Tarnung darum gehen sie auch nie aus dem Weg oder zeigen scheu man kann sie kaum aufscheuchen die bleiben einfach sitzen( dankbare Fotomodelle! Aber bitte mit Vorsicht) und darin liegt auch die Gefahr das man auf sie tritt oder gegen sie stößt, denn selbst dann bleiben sie meist sitzen und richten nur ihre Giftstacheln auf.
 Es sind kurze kräftige Stachelstrahlen der Rückenflosse sowie der After und Bauchflossen diese setzt der Steinfisch jedoch nicht aktiv ein sondern nur zur Verteidigung wenn er sich bedroht fühlt, das in den Giftdrüsen enthaltene Gift wirkt äußerst Schmerzerregend, es ist meistens nicht tödlich jedoch über Tage hinweg sehr schmerzhaft und qualvoll und die Heilung dauert Monate.
Der Steinfisch ist einer der giftigsten- wenn nicht sogar DER giftigste Fisch der Welt und man sollte ihm dementsprechend mit Vorsicht zu begegnen.

von perfecttime - veröffentlicht in: Das Who is Who der Unterwasserwelt... - Community: Das Meer ruft
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Samstag, 9. januar 2010 6 09 /01 /2010 11:08

Die ersten Jahre auf den Malediven gehörte ich leider auch zur Gruppe der Muschelsammler ( mache ich natürlich schon lange nicht mehr! Siehe Auch Krebse haben's nicht leicht............) und wenn ich damals schon gewusst hätte was ich heute weiss, hätte ich mir die Fundstücke sicherlich nicht so unbedacht zum Transport ins Bikini Oberteil gesteckt!
Kegelschnecken sind die einzigen Tiere, die Giftpfeile verschießen können, sie kommen im Indopazifik und im Roten Meer vor und die meisten sind Nachtaktiv, Tagsüber sind sie im Sand eingegraben oder unter Steinen anzutreffen.                                                                                                                   
Unfälle sind recht selten aber gefährlich!
Seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts sind 37 Fälle bekannt von denen 10 tödlich verliefen (wer weiss wieviele garnicht erkannt wurden?) Die Atemmuskulatur kann von dem Gift gelähmt werden.
Es gibt über 700 Arten von ihnen die in drei Gruppen aufgeteilt werden und so verschieden wie ihr Speiseplan ist, so verschieden sind auch ihre Gifte.
Es gibt die Kannibalen ( die also andere Schnecken futtern), es gibt die Wurmfresser und es gibt die Fischfresser. Die Fischfresser sind es, die uns Menschen gefährlich werden können, sie sind die kleinste Gruppe haben aber das stärkste Gift von allen Kegelschnecken.
Der Grund dafür ist a) dass ein angeschossener Fisch sofort gelähmt sein muß damit er nicht mehr fliehen kann und b) der Fisch nicht mehr zum Zappeln kommt, da dies etwaige Beutediebe auf den Plan rufen könnte.
wenn ein "Schuss" vorbei geht kann die Schnecke sofort nachladen und erneut schießen.
Fast alle Kegelschnecken sind sehr auffällig gezeichnet, was sie für Muschelsammler sehr attraktiv macht und sehr gefährlich ist.
Also in Zukunft:" FINGER WEG !"
 














                                                                                         Bildnachweiß( die beiden kleinen J. Hinterkircher



von perfecttime - veröffentlicht in: Das Who is Who der Unterwasserwelt... - Community: Das Meer ruft
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Freitag, 11. dezember 2009 5 11 /12 /2009 02:55
Der Arabische Doktorfisch (Acanthurus sohal) gehört zur Familie der Doktorfische und hier in die Unterfamilie der Skalpelldoktorfische (Acanthuriniae). Sein Vorkommen ist im Roten Meer bis zum Arabischen Golf in Tiefen bis zu 10 Meter wo er sich hauptsächlich an Riffdächern auf hält. Seine Nahrung besteht aus Zooplankton und Algen welche er von Korallen und ähnlichem ab weidet.
P1030899 (2)
Die Unterfamilie der Skalpelldoktorfische zu welcher der Arabische Doktorfisch ja gehört, verfügt über ein Paar ausstellbare "Skalpelle"(Dornenfortsätze an der Schwanzwurzel, entstanden aus einer Umwandlung von Schuppen und seeeehr scharf!!) diese liegen im Normalzustand am Körper an und können nicht aktiv aufgestellt werden, sie können nur passiv durch Schwanzbewegungen aufgerichtet werden daher werden sie auch nur zur Verteidigung also devensiv benutzt. Bei dieser Art sind die Skalpelle nicht giftig, bei anderen schon und bei anderen Unterfamilien stehen die Skalpelle auch fest.
Unten ausstellbare Klingen bei einem Arabischen Doktorfisch
P1030899
Und hier feststehende Klingen bei einem Blauklingen-Nasendoktorfisch
P1120703-copy-1
Ich habe noch NIE aggressive Doktorfische erlebt aber diese Art hat mich eines besseren belehrt und ich war wirklich überrascht! Der Arabische Doktorfisch ist territorial, dh. er hat ein Freßrevier in dem er auch seinen Harem hat und welches er gegen alles verteidigt, Artgenossen, Taucher und Schnorchler, da packt er im wahrsten Sinne des Wortes das "Messer" aus!
P1030880
Die Skalpelle können tiefe, schmerzhafte Wunden verursachen. Wenn man nicht versucht diese Fische zu fangen, braucht man auf keinen Fall Angst vor ihnen zu haben, ich bin schon durch Schwärme von Ihnen hindurchgeschnorchelt (natürlich vorsichtig!!).
Hier ein zickiges Exemplar beim Schnorcheln.....

von perfecttime - veröffentlicht in: Das Who is Who der Unterwasserwelt... - Community: Das Meer ruft
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Sonntag, 6. dezember 2009 7 06 /12 /2009 02:36
......hier die bisher vorgestellten Kandidaten der kleinen Reihe "Haisociety" im Überblick- mit den Artspezifischen Erkennungmerkmalen im Vergleich -ist ja immer etwas verwirrend, weiße Spitzen hier...schwarzer Rand da... so ist es etwas übersichtlicher- hoffe ich. Ich werde diese Reihe im Laufe der Zeit noch ergänzen und fest in den Seiten einbauen. Wenn Ihr auf den Beschreibungslink klickt, findet Ihr eine ausführlichere Beschreibung der jehweiligen Haiart.



Schwarzspitzen-Riffhai
bis zu 1,8 Meter
auffällige schwarze Spitzen an den Flossen


Beschreibung, klick mich.....






Weißspitzen-Riffhai
bis zu 2,10 Meter
auffällige weiße Spitzen an den Flossen, meist 1.Rücken und Schwanzflosse, kann an anderen Flossen zusätzlich auch sein
"eckiger"Kopf


Beschreibung, klick mich....




   
Grauer Riffhai
bis zu 2,30 Meter
auffälliger schwarzer Saum der Schwanzflosse
Beschreibung,klick mich....








Schwarzspitzenhai
bis zu 2,50 Meter
alle Flossen mit einen schwachen schwarzen Rand
Beschreibung,klick mich....
                                                                                                      

                                                                                                   




Sichelflossen-Zitronenhai
bis 3 Meter
Färbung ins "gelbliche" Sichelförmige Flossen     
Beschreibung,klick mich...








Silberspitzenhai
bis zu 3 Meter
auffällige leuchtend weiße Ränder der Brust,-Rücken und Schwanzflosse
Beschreibung,klick mich....





Blauhai
bis zu 3,60 Meter
strahlend Blauer Rücken und Flossen Oberseiten

Beschreibung,klick mich...






Weißspitzen-Hochseehai
bis zu 4 Meter
auffällige abgerundete Flossen, 1.Rücken,-Brust und Schwanzflosse mit recht großen weißen Spitzen

Beschreibung,klick mich...





Großer Hammerhai
bis zu 6 Meter
auffällige Größe, auffällige Kopfform


Beschreibung,klick mich...






Tigerhai
bis zu 7 Meter
auffällige Größe, sowie eine getigerte Musterung


Beschreibung,klick mich...




Weißer Hai
bis zu 8 Meter
auffällige Größe, weißer Bauch


Beschreibung,klick mich......



Walhai
bis zu 14 Meter
wenn Du ihn siehst erkennst du ihn!
Beschreibung,klick mich....
von perfecttime - veröffentlicht in: Das Who is Who der Unterwasserwelt... - Community: Das Meer ruft
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